Universität Graz evaluiert das österreichische System der Verbraucher-ADR
Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) führt die Universität Graz eine wissenschaftliche Evaluierung des österreichischen Systems der Verbraucher-ADR durch. Rund zehn Jahre nach Inkrafttreten des Alternative-Streitbeilegungs-Gesetzes (AStG) werden die bisherigen Erfahrungen mit der außergerichtlichen Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten sowie mögliche Entwicklungspotenziale untersucht. Im Fokus stehen die Nutzung und Bekanntheit der Schlichtungsstellen, die Beteiligung von Unternehmen, die Verfahrensabläufe und die institutionellen Rahmenbedingungen. Das Projekt wird unter der inhaltlichen Verantwortung von Sascha Ferz am Institut für Rechtswissenschaftliche Grundlagen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Soziale Kompetenz der Universität Graz durchgeführt. Ergänzend fließt unter anderem von Reinhard Greger und Alexander Klauser Fachexpertise ein. Die Evaluierung verbindet die Analyse rechtlicher und institutioneller Grundlagen mit qualitativen Interviews mit zentralen Akteur:innen des Verbraucher-ADR-Systems. Ziel ist es, Stärken, Schwächen und Reformpotenziale sichtbar zu machen und Handlungsoptionen für die Weiterentwicklung des Systems aufzuzeigen. Dabei wird auch die jüngste Weiterentwicklung des europäischen Rechtsrahmens berücksichtigt.
Die Ergebnisse der Studie werden im Rahmen der Veranstaltung „Alternative Streitbeilegung – Zehn Jahre Verbraucher-ADR: Bilanz, Reform und Perspektiven“ am 20. Oktober 2026 in Wien präsentiert.
20. Interdisziplinäres Forschungskolloquium der Forschungsgruppe Mediation
Am 03.10.2026 nahm Laura Spanitz mit ihrem Dissertationsprojekt am interdisziplinären Doktorandenkolloquium der Forschungsgruppe Mediation (ForMed) teil. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch mit den anderen Promovierenden sowie die Diskussion mit Dr.in Katarzyna Schubert-Panecka, Prof.in Dr.in Katharina Kriegel-Schmidt und Dr. Klaus Schmidt.
Für die weitere Durchführung des Dissertationsprojekts konnten dabei wertvolle Impulse zur Gestaltung des Interviewleitfadens und zur soziologischen Einbettung des Forschungsvorhabens gewonnen werden. Das Kolloquium bot damit einen Rahmen, um mediationsbezogene Forschung interdisziplinär zu diskutieren, weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen.
Wichtige Info für alle (angehenden) Mediator:innen: Aktualisierung von Gebühren
Für alle Mediator:innnen, die sich in die Liste des Bundesministeriums für Justiz eintragen lassen möchten bzw. ihren Eintrag aufrecht erhalten wollen: Die Gebühren für Anträge im Zusammenhang mit der Eintragung in die Liste der Mediator:innen wurden angepasst. Seit 1. August 2026 beträgt die Gebühr für Anträge auf (Aufrechterhaltung der) Eintragung in die Liste der Mediator:innen EUR 448,-. Weitere Informationen dazu gibt es auf JustizOnline: https://lnkd.in/dtbBFxb jop/web/mediatoren/mediatorensuche
Der neue KODEX Mediation - Außergerichtliche Streitbeilegung 2026/27 erscheint in Kürze
Der neue KODEX Mediation – Außergerichtliche Streitbeilegung 2026/27 erscheint in Kürze als Jubiläumsausgabe in 5. Auflage. Die 5. Auflage (Stand: 1. September 2026) bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen Rechtsgrundlagen zu Mediation, Schlichtung und Schiedsgerichtsbarkeit – einschließlich hybrider Verfahrensmodelle. Aktuell berücksichtigt werden insbesondere die ADR-Änderungsrichtlinie, die ICC-Schiedsgerichtsordnung sowie die Richtlinie Familienmediation und die aktuelle Tariftabelle.
"perspektive mediation" ab sofort gratis zum downloaden
Die "perspektive mediation – Beiträge zur Konfliktkultur” ist eine interdisziplinäre Fachzeitschrift für Mediation und konstruktive Konfliktbearbeitung. Sie richtet sich an Mediator:innen sowie an Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Zeitschrift verbindet theoretische Grundlagen mit praxisbezogenen Zugängen und eröffnet internationale Perspektiven auf Entwicklungen in der Konfliktkultur.
Der jüngste Band (Jg. 23 (2026) H. 1.) ist dem Thema Gesundheitswesen gewidmet.
Du kannst ihn gratis unter https://unipub.uni-graz.at/pm sowie https://perspektive-mediation.eu/index.php/PM herunterladen.
Alle bisherigen Ausgaben der Zeitschrift (Jahrgänge 2004–2025) werden momentan zum Open Access Repositorium unipub der Universität Graz migriert und werden dann dort ebenfalls zum kostenfreien Download zur Verfügung stehen. In der Zwischenzeit sind die archivierten Ausgaben in der Onlinebibliothek des Verlags Österreichs zu finden. Der Download ist jedoch kostenpflichtig (https://biblioscout.net/de/journal/pm).
Neu erschienen: AI Literacy mit Serious Games
Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung gewinnt eine kritische Auseinandersetzung mit KI zunehmend an Bedeutung. Die neu erschienene Publikation „AI Literacy mit Serious Games“, herausgegeben von Sascha Ferz und Elisabeth Hödl, greift diesen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Bedarf auf. Am Beispiel des Projekts Journalism_AI, entwickelt im Rahmen des Zukunftsfonds Steiermark, wird aufgezeigt, wie spielbasierte, kollaborative Lernformate zentrale Fähigkeiten wie systemisches Denken, konzeptionelles Verständnis, Problemlösungskompetenz, Innovationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick stärken können. Im Rahmen des Planspiels nehmen Teilnehmende unterschiedliche Perspektiven ein, recherchieren eigenständig Wissen und treffen fundierte Entscheidungen zur Regulierung von KI-Systemen im Journalismus. Die Publikation leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Diskussion um kritische Media- und AI-Literacy und adressiert ethische, rechtliche und demokratische Kompetenzen.
„Rebooting Mediation – Edition 2024“
„Rebooting Mediation – Edition 2024“
Erhebung zum aktuellen Stand der Mediationsgesetzgebung und -praxis in den Staaten der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich
Getragen wird diese Erhebung neben den Initiatoren von einem Team von Studienherausgeber:innen aus verschiedenen Staaten und unterschiedlichen Einrichtungen, die den Fragebogen geprüft, übersetzt und bei der Verbreitung geholfen haben. Informationen zur Entstehung der Studie und über die gewählte Methodik lassen sich unter https://www.dialoguethroughconflict.org/rebooting-the-eu-mediation-directive-2024-edition/ nachlesen.
Als Zielgruppe sind alle Expertinnen und Experten aus den Bereichen Mediation sowie Rechtswissenschaften angesprochen. Für die Beantwortung sind etwa 20 Minuten einzuplanen. Bis spätestens 30. Juni 2024 steht der Link (QR-Code) zur Verfügung.